Besuch
der Gedenkstätte Natzweiler-Struthof
Am Montag, den 12. Juli 2004 fuhren wir, die Klassen 9a, 9b und 10,
mit Frau Bader, Frau Wolff, Frau Ortlieb, Herrn Kreisl und Herrn Fromm
nach Natzweiler-Struthof.
Dieses Konzentrationslager wurde im September 1940 gebaut, damit die
Häftlinge den roten Granit, der in der Nähe des KZ vorkommt,
abbauen konnten. In das Lager, das eigentlich für 4000 Häftlinge
ausgelegt war, wurden immer mehr Häftlinge verlagert, so dass es
im April 1944 mit 7000 Häftlingen die höchste Anzahl an Gefangenen
besaß. Als die Amerikaner das Lager am 25. November 1944 befreiten,
lebte fast keiner der Insassen mehr.
Klassenweise begannen wir unseren Rundgang durch das KZ. Dabei kamen
wir auf den Appellplatz, auf dem die Häftlinge Tag für Tag
zweimal, über mehrere Stunden hinweg, stramm stehen mussten und
dabei der Willkür der SS-Leute ausgesetzt waren.
Danach besuchten wir den "Bunker", welcher das KZ-interne
Gefängnis war, in den man wegen allen möglichen Kleinigkeiten
eingesperrt werden konnte, z. B. wenn man die Hände in den Hosentaschen
hatte, zu lange auf der Toilette blieb oder einen Zigarettenstummel
aufhob. Man wurde zwischen 3 und 42 Tagen entweder in eine Dunkelzelle,
in der man weder stehen noch liegen konnte, oder in einen kleinen, ca.
7m² großen Raum mit bis zu 17 anderen Gefangenen eingesperrt.
Anschließend gingen wir ins Krematoriumsgebäude, in welchem
auch Hinrichtungen stattfanden. Hier befand sich die "Praxis"
des Professor Hirt, der in dafür eingerichteten Räumen grausame
Versuche an den Häftlingen vornahm. Im Ofen des Krematoriums lag
noch die Asche von der Verbrennung eines Häftlings. Danach gingen
wir zur Klärgrube. In diese wurde die Asche der Opfer geworfen.
Wir hielten hier auch eine Schweigeminute für die ca. 10 000 Opfer
dieses KZ ab.
Zum Schluss gingen wir noch ins Museum, in dem schreckliche Bilder,
aber auch Häftlingskleidung und -gegenstände zu besichtigen
waren. Das trübselige Wetter passte genau zur Stimmung, die uns
nach dem Besuch erfasst.